$ S=-k_B \sum_ip_i ln(p_i) $

Ausstellung/Installation/Projektion

Kunst und wissenschaftliche Forschung haben einiges gemeinsam – sie sind oft experimentell und ergebnisoffen. Sie reagieren seismographisch auf aktuelle technische und gesellschaftliche Fragen mit Blick auf die Zukunft. Der Dialog zwischen beiden erweitert die Blickwinkel wie die Herangehensweisen und befruchtet die Erkenntnis.

Technische Entwicklungen wie im Bereich Digitalisierung eröffnen neue Möglichkeiten und generieren gleichzeitig neue Themenfelder. Sie werfen Fragen auf wie die nach der Relation von Künstlichkeit und Realität. Künstlerische Arbeiten nutzen die technischen Möglichkeiten, entwickeln Visionen, loten die Potenziale wie die Grenzen oder Gefahren aus und stellen sie zur Diskussion.

Die Kunstakademie präsentiert mediale Arbeiten von Studierenden, die sich mit Themen aus diesem Bereich beschäftigen. Die gläserne Fassade des Neubaus bildet die Projektionsfläche des Labors Kunstakademie und ist somit ein Fenster nach innen wie außen.

Täglich 17 - 22 Uhr

Infos zu den gezeigten Werken:

Bon Alog - I will not - 2018

The Hippocratic oath is known as a golden ideal standard of ethics for professionals working in the field of medical science. The Hippocratic oath and its modern version is relevant as a division between the power of killing and medical treatment. An extract of oath is chosen to emphasize a moral pledge, which starts with negative form promise – I will not. Repetitive militaristic movements and hunting simulation is used as an imperative of security forces, defense, discipline and power relations in biotechnology context.

The BERG - Driver’s Seat - 2021

It hates its body that’s the reason it works, the body hates itself that’s the reason why it grows.

Lu Cheng - Korallen - 2021

Die Idee für das Werk stammt aus der symbiotischen Beziehung zwischen Korallen und Zooxanthellae, zwei separaten Organismen, die zu ihrem gegenseitigen Nutzen miteinander leben. Die Koralle bezieht den größten Teil ihrer Lebensenergie und ihre Farbe aus den Zooxanthellae. Als Symbol dieses lebenserhaltenden Zusammenspiels werden die Bewegungslinien der Alge im Video als Bewegung und Zeichen (Spur) des Lebens ausgedrückt.

Ludwig Dressler - inside out - 2021

In der Videoarbeit erprobe ich einen Perspektivwechsel. Eine von unten gefilmte Hand übt Navigationsbewegungen auf einer Touchscreenfläche aus. Mit der Kamera filme ich das Video der Hand ab und führe die von ihr diktierten Bewegungen durch. Die echte Welt in der ich, der Filmende sich befindet, wird darin zum Spielball einer digitalen Oberfläche.

Irena Đukanović / Djukanovic - Successions - 2021

Successions is a visual essay created as a video collage of found footage combined with transformative animation. This art piece possesses 3 main characters: human body and 2 microscopic animals with extraordinary abilities: Tardigrade and Leaf Sheep. They correspond to each other as each other's biological successions and address the need for transformation of human society and human consciousness by existing examples and authenticity.

Vincent Entekhabi - Waiting for the sun - 2021

Illinca Fechete - Opacity/Island 8 - 2021

Relation ist ein bestimmter Modus des Nicht-Seins, der sich ankündigt, ein Ding, das zwar präsent ist, aber eigentlich nicht in der Gegenwart existiert. Opacity/Island 8 schreibt die Beziehung zwischen Objekt und Aktion in einen Ort ein. Die Zeitlichkeit dieser performativen Situation erweitert somit die räumlichen Bedingungen des Werks von dem distinkten Objekt auf den Ort der Aufführung und evoziert ein Hier und Jetzt, das die Aufmerksamkeit unmittelbar auf seine anderen Bereiche lenkt.        

Theresa Gavin  - Mittwoch 

 

Eunju Hong - Reversed Polarity - 2019

Die Arbeit untersucht die Mehrdeutigkeit der Filmtechnik, insbesondere derjenigen, die sich rund um die Überwachung und den Bildherstellungsprozess entwickeln. In Erinnerung an Donna Haraways „Cyborg-Manifest“ stelle ich mir einen Ursprung vor, der sich immer weiter ausdehnt und neu geschrieben wird. Die Zukunft wird die Vergangenheit verraten.      

Laura Leppert  - Engine (Surface Remix) - 2019

Laura Leppert fragt sich, ob KI eines Tages wirklich intelligent werden wird, und ob sie über ihren eingebauten machine bias, den sie nach dem Vorbild ihrer Entwickler*innen reproduziert, hinauswachsen kann. Im Sinne einer Absage an die Idee einer universellen Norm, die den geschmeidigen Mythos geschmeidigen Funktionierens unterstützt, sieht man im Video Engine (Surface Remix), wie ein Mann versucht, ein IKEA-Möbelstück "fachgerecht", jedoch ohne mitgelieferte Anleitung, zusammenzubauen - es gibt keine Neutralität und keine Objektivität.

Kamill Lippa - Is Intelligence Genuine - 2021

Beobachtung und Sichtbarkeit: Die Geschwister Dr. Magdalena Lippa (Rechts im Bild, Physikerin) und Kamill Lippa (Links, Künstler:in) sind Motiv dieser Arbeit, welche mit einer KI in Bewegung gebracht werden. Ist das Motiv von Intelligenz ausschlaggebend für deren Wert?    

Mira Mazumdar - 01001100 01101001 01100110 01100101   - 2021

Leben. Weiß, weich, rein, leicht, das Gegenteil von böse. Je näher ich ihm komme, desto unsichtbarer wird es, wechselt die Form, rätselhaft, unergründlich. Die 1 auf der Suche nach der 0. Ich arbeite mit Wolken, Schimmelpilzsporen, Staub, Nebel, Algorithmen.

Lionel Nymphius  - urban mining - 2021

Unsere Ressourcen werden immer knapper, die Bauindustrie spielt hierbei eine große Rolle. Durch Urban Mining wird die Stadt durch Recycling zu einer Lagermöglichkeit und Quelle für Rohstoffe umfunktioniert, zum Beispiel durch vorgefertigte Betonplatten die beim Gebäudebau eingesetzt werden und nach der Lebenszeit des Gebäudes herausgenommen und wiederverwendet werden können.
Die Arbeit urban mining thematisiert das Prinzip der einsetzbaren und herausnehmbaren Betonplatten, zeigt diese in einem sich stetig ausweitendem Holzraster und rekonstruiert die übliche Entwicklung einer Stadt.        

Sebastian Quast - Rotating Gizmo - 2021

Ein Koordinatensystem zur Orientierung im digitalen Raum (Gizmo) dreht sich um seine eigene Achse und zeigt in immer neue Richtungen. Eine virtuelle Multidimensionalität wird bildlich reduziert wiedergegeben.

Stephanie Rössing - Pola - 2018

Zwei Selbstportraits – hintereinander aufgenommen im Abstand von wenigen Sekunden mit zwei Polaroids desselben abgelaufenen Films – zeigen die unterschiedliche Entwicklung des überlagerten Materials. Auf dem Polaroid, bei dem keine Entwicklung stattfindet, ist die Oberfläche sensibler für die Spiegelung des Raumes sowie der Bewegungen und Konturen der filmenden Portraitierten. Das Sofortbild als Symbol für den Moment zeigt sich in vielen Bildern als Prozess, das Selbstportrait nicht nur als Abbild.    

Nicolai Schneider - o.T. - 2018

In meiner Videoarbeit beschäftige ich mich mit der Abbildung fotografischen Leuchtkästen. Werden diese Leuchtkästen gefilmt, kann man je nach Einstellung der Videokamera Wellen erzeugen, die durch das Bild wandern. Experimentiert man mit diesem Phänomen, werden Zusammenhänge ersichtlich und die Wellen können bewusst gesteuert werden. Dennoch bleibt ein technisches Verständnis des Apparatenprogrammes, dass diesen „Fehler“ erzeugt, aus. Es bleibt nur die Komposition als visuelle Forschungsmethode.

Linnéa Schwarz - Monument for a dying sperm - 2016

Ohne unser Zutun, im Verborgenen, spielt sich das Wunder des Lebens milliardenfach ab. Wie Sternschnuppen, die niemand sah.

Merlin Stadler - A finite view of infinity - 2021

Bei A finite view of infinity handelt es sich um einen animierten Kurzfilm, welcher von den Stichen in Thomas Wright‘s Buch „An Original Theory or New Hypothesis of the Universe“ aus dem 18. Jahrhundert inspiriert wurde. Wright stellte sich das Universum als Assemblage von gigantischen Sphären vor, welche alle Himmelskörper in sich vereinen. Diese Idee wird in A finite view of infinity weitergesponnen. Universen in Kugelform kollidieren in einem nicht enden wollenden Tanz der perpetuellen Schöpfung. Jene Ansammlung an Universen ist ihrerseits in einem sich ständig verändernden abstrakten Körper situiert welcher sich durchgehend verzerrt und oszilliert. Der Film endet mit dem Verschwinden der Realität an sich, nur um einem neuen Körper Platz zu machen. Ein weiterer Zyklus beginnt. Bei dem gezeigten Video handelt es sich um einen Ausschnitt der Arbeit. 

Lea Vajda - It won't - 2020    

The video work It Won’t displays a recording of a vending machine in a continuous loop. The usage of the machine suggests that one can win money at random, by inserting coins.    

Qiao Wan - EIPDS            

   

Beginn
30.11.2021
17:00 Uhr
Ende
07.12.2021
22:00 Uhr
Ort
Akademie der Bildenden Künste München
Akademiestr. 4
80799 München
Raum
Außenfassade des Neubaus
Veranstalter
Kostenlos

Bilder der Veranstaltung